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expedition im schnee. lichtline leuchtet. vermessung wir fortgesetzt.

expedition eingeschneit. lichtline leuchtet. vermessung wird fortgesetzt.

Und nun zu dem “ H I G H L I G H T ” dieser Herbstausstellung, der Lichtinstallation “Die Vermessung der Lichtlinie” von
FRANZ BETZ.

Der Titel wurde von ihm bewusst gewählt in Anlehnung an den Buchtitel “Die Vermessung der Welt” von Daniel Kehlmann. – In den dreidimensionalen Gitterboxen fixiert er mit Spanngurten die Lichtlinien, indem er sie in einem neuen Raum nachvollziehbar festlegt. So schafft er ein Ordnungssystem, in dem flexible LED-Lichtschläuche , sog. “Light-Tubes”, den Mittelpunkt seiner Installationen bilden. Die innere Welt der Gitterboxen hier und auf dem Dach enthält Elemente, die schon aus seinem Werk bekannt sind: Vlies in einer der Gitterboxen ist als Anspielung auf Beuys zu verstehen. Alle drei Gitterboxen im Treppenhaus bilden auch untereinander einen von Franz Betz “vermessenen” Raum, verdeutlicht durch einen blauen Spanngurt, der sie miteinander verbindet.

In diesem Zusammenhang möchte ich eine Publizistin zitieren, deren Text sich auf diese Installation bezieht:
“Materiell an die Light-Tubes gebunden sind die Lichtlinien selbst frei von Substanz, von Schwerkraft und Raum. Zudem sind diese in ihrer Spontaneität frei und höchst unregelmäßigen z. T. sogar verworren geformten Lichtlinien ohne System und deshalb für den Betrachter nur gefühlt begreifbar. – Mit seiner Arbeit “Die Vermessung der Lichtlinie” stellt der Künstler Franz Betz ein äußeres Konzept zur Verfügung für den ewigen Diskurs zwischen Wissen und Fühlen.” (Ende des Zitats)

2003 haatte Franz Betz den ersten Impuls für eine “Lichtskulptur”. 2008 zeigte er in der Ausstellung “KLEINPLASTIK IN NORDDEUTSCHLAND” drei Arbeiten aus der von ihm geschaffenen Werkreihe, dem “ALPHABETZ”: zu sehen waren die von ihm kreierten neuen Zeichen für die Buchstaben des Wortes “ E G O “. Ähnliche Zeichen aus dem Alphabetz verwendet er in den beiden hochforma- tig gerahmten Bildern mit dem Titel “BEU-25” und “BEU-53” aus 2008. Es handelt sich dabei um Zeichnungen mit Tusche auf Transparent-papier im Format 88×30 cm. Auch das Auflagenobjekt “RED MOVE” von 2010 nimmt ein Zeichen aus dem Alphabetz auf, eine Lambda Laserbelichtung auf Aludibond.
Es ist schon erstaunlich, wie souverän Franz Betz mit den von ihm geschaffenen Buchstaben-Zeichen aus dem Alphabetz umgeht und wie er sie für seine Zwecke “gefügig” macht: Als Leuchtröhren-Objekte im “EGO”, als Tusche- zeichnung auf Transparentpapier und dann wieder in der Edition “RED MOVE” von 2010.
Meine Damen und Herren, unsere Herbstausstellung ist damit eröffnet.
Rolf Kolbien