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Konzept
Workshop „Skulpturenalphabet“ in Varanasi, Indien

März 2012

Franz Betz, Lichtbildhauer
Schwarzer Bär 2, 30449 Hannover, Deutschland
www.franzbetz.com / franzbetz.wordpress.com

Kriti Gallery
Raja Sir Motichand Road, Mahmoor Ganj, Varanasi 10, Indien
www.kritigallery.com

Thema: Untersuchung der Schriftformen des „alphabetz“ und des Sanskrits/Brahmi auf Gemeinsamkeiten und die Eignung als Grundlage für die Schaffung von interkulturellen Skulpturen und die Entwicklung von Tanzformen als Basis sprachübergreifenden Austausches.

Präsentation: Ausstellung und Tanzperformance in der Kriti Gallery, begleitender Blog, Fotodokumentation

Zeitraum: 1.- 31.3.2012
Ort: Kriti Gallery, Varanasi, Indien

„Brahmi“, Schriftzeichen


Projektbeschreibung

Menschlicher Ausdruck und Überlieferung stehen im Mittelpunkt dieses Projektes. Das Element der Schriften in Form vom ‚alphabetz‘ findet seine Berührungspunkte mit dem Sanskrit und Brahmi.

Unterschiede und Gemeinsamkeiten werden anhand von großflächigen Zeichnungen untersucht. Beispielhaft werden Worte und Laute auf ihre Herkunft und Bedeutung geprüft. Der Ausdruck erfolgt im Licht und dem Bewegungsablauf, dem Tanz. Die Tänzer arbeiten mit kreativen, modernen Tanzbewegungen, sowie Elementen des traditionellen spirituellen Tanzes, modernen Bollywoodtänzen, dem Yoga und gestalten neue künstlerische Ausdrucksformen. Dabei steht die Untersuchung des Gestischen als das verbindende Element zwischen den unterschiedlichen Schriftzeichen im Zentrum und damit verbunden die Nähe von Zeichen und Körpersprache − die Sprache der Hände wie des ganzen Körpers. Der Ausdruck erfolgt in einer Tanzperformance und in einer Ausstellung, ausserdem sind Workshops, Diskussionen geplant.

Wir bieten indischen Tänzern und Zeichnern die Möglichkeit in dem Projekt aktiv zu werden. Eine entsprechende Anfrage an die Kunstschulen in Indien ist in Vorbereitung, wir sind offen für Vorschläge.

Die Tanzperformance und Ausstellung kann sowohl in Varanasi, in Delhi, bzw. anderen Städten in Indien stattfinden.

alphabetz, Schriftzeichen

„alphabetz“

Das „alphabetz“ ist ein von Franz Betz entwickeltes Skulpturenalphabet. Es bezieht sich auf die Anfänge schriftlicher und bildhafter Überlieferungen. Seinen modernen Ursprung und Duktus hat es aus dem Graffiti, inspiriert durch tänzerische Bewegungsabläufe.

Die Urform, die „lines“ entstanden 1998 als 26 Linienzüge, analog zu den Buchstaben des lateinischen Alphabets. Digitalisiert und in der Reihenfolge ihrer Entstehung dem lateinischen Alphabet zugeordnet, befindet es sich an der Schnittstelle zwischen Schrift und Skulptur.

Die Suche nach ersten Ausdrucksformen steht für den Anfang der jetzt über 10jährigen Entwicklung des „alphabetz“. Es entstanden bis heute Lichtskulpturen, moderne Höhlenmalereien, ein Schriftfont und Lichttanzperfomances.

Die Internationalisierung und der kulturelle Austausch ist der nächste logische Schritt auf der Suche nach einer neuen sprachübergreifenden Kommunikationsform.

Projektpartner in Varanasi

Die konzeptionelle Umsetzung erfolgt in Kooperation mit der Kriti Gallery, Varanasi. Die Kriti Gallery wurde vor 6 Jahren von Navneet Raman als Galerie und Kunstresidenz unter dem Namen Kriti eröffnet. Die Galerie (ca. 100 qm) arbeitet in allen Kunstrichtungen (Fotografie, Malerei, darstellende Kunst, Literatur, Tanz) und zeigt ca. 6-8 Ausstellungen indischer und internationaler Künstler im Jahr. Die Kunstresidenz umfasst 5 Studios und hat in den vergangenen Jahren bereits 42 Künstler aus unterschiedlichen Ländern beheimatet. Sehr eng arbeiten die Kriti Gallery mit der SKK Städtekonferenz Kultur (SKK) in der Schweiz zusammen, welche seit 5 Jahren jeweils 6 Künstler in die Kriti Residency entsendet. In diesem Zusammenhang haben wir bereits gemeinsame Projekte mit den Botschaften der Schweiz, Österreich, Mexiko und Australien realisiert. In Zusammenarbeit mit den Künstlern entstanden außerdem gemeinsame Publikationen (Bücher, Postkarten Sets).

Die Stadt Varanasi, die Banaras Hindu Universität und das Kulturamt Uttar Pradesh unterstützt die Galerie durch Veranstaltungen, Genehmigungen und Kontakten, Kriti hilft bezüglich Kooperationen und der Verwirklichung der Projekte.

Auch das „Skulpturenalphabet“ von Franz Betz wird von der Stadt Varanasi, dem Uttar Pradesh, dem Tourismusamt und der Banaras Hindu Universität-Fakultät der Kunst unterstützt. Die generelle Anfrage war positiv und die Kriti Gallery erwartet die Bestätigung um weitere organisatorische Schritte einzuleiten.

Künstlerisches Werk von Franz Betz

Der Bildhauer Franz Betz beschäftigt sich in seinen Arbeiten mit der Sprache und Schrift als universellem Medium. Den Anfang bildete dabei 1998 die Erfindung seines „alphabetz“, einer grundlegend performativen Transformation der schriftlichen Formensprache. In seinen „images rupestre“ setzte er sich mit den Anfängen schriftlicher Kommunikation und Überlieferung auseinander. In künstlerischer Übersetzung durch sein „alphabetz“ entstand daraus eine gestische und moderne Höhlenmalerei. Die Verknüpfung von Schrift und Bewegung erprobte der Künstler in seinem Projekt „Lichttänze“ (gemeinsam mit Ursula Wagner, Anhang), damit wurde 2010 die internationale Lichtkunstausstellung luminale in Frankfurt eröffnet, das Projekt findet 2012 seine Fortsetzung. Das betzsche Oeuvre weist damit nicht nur auf die zeitliche Dimension von Schrift und Sprache hin, sondern auch auf die räumliche. Der Workshop „Skulpturenalphabet“ 2012 stellt aus dem Aspekt eines zeitlichen Dreiklangs und aus der Perspektive des Netzwerkgedankens von Sprache und Schrift eine logische Weiterentwicklung dar.

Konzeptionelle Unterstützung erfährt das Vorhaben durch Dr. Peter Rautmann, langjährigem Rektor der Hochschule für Kunst, Design und Musik in Bremen, der die kunstgeschichtliche Dimension hervorhebt. Franz Betz ist als Vorsitzender des BBK Hannover und Mitglied des Werkbundes seit Jahren im Kunst- und Ausstellungswesen in der Region Hannover engagiert.

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